09.05.15 // „Ich bin schuld, dass Mama krank ist“

Pressemitteilung des Landes-Caritasverband für Oldenburg e.V.
„Ich bin schuld, dass Mama krank ist“
Neuenkirchener Chefarzt Dr. Andreas Romberg über die Folgen psychischer Krankheiten für die Kinder – Jeder Dritte hat pro Jahr eine psychische Störung – Folge für Kinder: „Verlust an Kindheit“

Vechta (LCV) Dreißig Prozent aller Erwachsenen leiden im Laufe eines Jahres an einer psychischen Störung. „Damit zählen psychische Erkrankungen zu den häufigsten Erkrankungen insgesamt“, sagte der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Neuenkirchen-Vörden, Dr. Andreas Romberg, am Donnerstag, 7. Mai, in den Räumen des Vechtaer Landkreises.
25 Prozent aller psychisch Erkrankten benötigen eine Behandlung, so der Psychiater im Rahmen einer Fachtagung des Sozialdienstes Katholischer Frauen in Vechta.
Viele Menschen nähmen diese jedoch nicht in Anspruch, „weil sie sich meist für ihre Krankheit schämen“.
60 Prozent der Kinder psychisch kranker Eltern entwickeln in ihrer Kinder- und Jugendzeit ebenfalls seelische Auffälligkeiten. Jedoch nur zehn Prozent von ihnen entfalteten dieselbe Erkrankung wie ihre Eltern.
Viele Kinder glauben, dass ihre Eltern nur krank sind, „weil sie selbst böse waren, nicht gefolgt haben oder zu laut herumgeschrien und herumgetobt haben“, so Romberg. Aus Rücksichtnahme vermeiden Kinder gleichzeitig, Fragen zu stellen. Sich an einen Vertrauten außerhalb der Familie zu wenden, würde als Verrat empfunden.
Vielmehr schlüpften sie in die Rolle eines „Ersatzpartners“ oder in die „Sorgerrolle“. Romberg: „Die bedeutet den Verlust der Kindheit.“ Die Jungen und Mädchen wirkten „depressiv, ernst, pseudo-frühreif“. Sie seien hin- und hergerissen zwischen der Machtposition in ihrer Familie und der Verzweiflung, dem doch nicht genügen zu können.
Das altersgemäße Wissen um die Erkrankung der Eltern und den Verlauf sei eine Form, ihnen zu helfen. Weitere Infos auch unter www.schatten-und-licht.de.